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Schülersprecher Micheal - Was sind seine Pläne?

Seit diesem Schuljahr ist Michael (Vo Thanh Tien) an unserer Schule und hat bereits einiges erreicht: Zuerst wurde er Klassensprecher der 10/LM, dann stellvertretender Schülersprecher und nun ist er unser neuer Schülersprecher. Doch was möchte er verändern?

Ein großes Anliegen von Michael ist die Einführung eines Geschichte-Leistungskurses, da viele Mitschüler diesen Kurs gerne belegen würden. Auch das Wohlbefinden der Schüler liegt ihm am Herzen. Er plant, Apfelbäume auf dem Schulgelände zu pflanzen, Sitzsäcke im Foyer aufzustellen und einen Volleyball- oder Basketballkorb auf dem Schulhof zu installieren. Ursprünglich wollte er einen Dönerladen in der Schule eröffnen, doch aufgrund von Hygienevorschriften ist diese Idee nicht umsetzbar. 

Stattdessen denkt er an eine digitale Vereinfachung der Schülerkonferenz und der Wahlen, um die Kommunikation zu verbessern. Michael hat viele Ideen, um das Schulleben zu bereichern – wir sind gespannt, wie er diese umsetzt!

Von Mick Matthias Wartenberg

Die neuen orangen Mülleimer

Jeder kennt es, immer öfter findet man auf der Straße aber auch im Gebüsch, Müll. Von Kaugummi, über Taschentücher bis hin zu Plastikverpackungen. Auch an unserer Schule findet man trotz vieler Mülleimer immer noch Müll z.B. auch im Foyer. Das hat die Klasse 8/4 über dieses Thema nachdenken lassen, weshalb sie die Idee hatten mit Hilfe des Fördervereins 10 orangefarbene auffällige Mülleimer aufzustellen. 

Mit dieser auffälligen Farbe wollten sie sicher gehen, dass niemand sie übersieht. Sie wurden auch mit Sprüchen versehen, wie z.B. „Allesfresser“, „Ich bin der MÜLLer für dein täglich Brot“, „Ich FALL vom Glauben AB“, „Füll mich ab“ und vieles mehr. Mit dieser Idee haben sie die Hoffnung, dass nun zu 100% nicht benötigte Dinge und Abfall in ihnen landen. Also bitte unterstützt unsere Schule indem ihr diese Mülleimer benutzt, ihr könnt sie im Foyer, aber auch woanders in der Schule verteilt finden.

Von Lilly Schirrmann

Warum WAT-Schluss ab Klasse 10?

An unserer Schule wird das Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik (kurz: WAT) bis zur 9. Klasse unterrichtet. Das liegt daran, dass der Lehrplan für WAT nur bis zur 9. Jahrgangsstufe vorgesehen ist. In der 10. Klasse gab es bisher den SPU-Technik-Kurs, der zur Vorbereitung auf die Oberstufe diente.

Da es jedoch mittelfristig an ausgebildeten Techniklehrkräften mangelt, hat die Schule beschlossen, den Technikunterricht in der Oberstufe nicht weiter anzubieten. Infolgedessen wurde auch der SPU-Technik-Kurs in Klasse 10 gestrichen. Besonders für Schüler, die eine Ausbildung oder ein Studium im technischen Bereich anstreben, fehlt damit eine wichtige Grundlage.

Laut Herrn Dr. Daske sind jedoch die meisten Schülerinnen und Schüler davon nicht negativ betroffen. Ein größeres Problem sieht er vielmehr im allgemeinen Mangel an soliden wirtschaftlichen Kompetenzen im Schulunterricht. Die Fächer WAT, Politische Bildung (PB) und Geografie können wirtschaftliche Inhalte nicht in ausreichendem Maße abdecken.

Hier könnte ein eigenständiges Fach „Wirtschaft“ in der Oberstufe Abhilfe schaffen. Technische Inhalte finden sich zwar weiterhin in naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik und Chemie, wirtschaftliche Aspekte werden in PB und Geografie thematisiert.

Für die Zukunft ist ein Seminarkurs zum Thema Wirtschaft in der Oberstufe angedacht. Eine Rückkehr des Technikunterrichts ist laut Herrn Dr. Daske jedoch derzeit nicht absehbar.

Von Nirvi Jagirapu

Schulsystem in Deutschland - was läuft schief?

Liebe Bildungsexperten, Schulleiter und andere Gestalten des schulischen Universums!

Wenn man sich unser Bildungssystem genauer anschaut, könnte man meinen, wir hätten es

mit einem Schweizer Uhrwerk zu tun - allerdings einem, das gelegentlich stehen bleibt,

rückwärtsläuft oder gleich ganz den Geist aufgibt. Besonders "brillant" zeigt sich dies

beim täglichen Versuch, 30 verschiedene Persönlichkeiten mit einem einzigen Lehrstil zu

unterrichten, als wären alle Schüler aus derselben Form gegossen.

Betrachten wir einmal die besonders "gelungenen" Aspekte unseres Systems: Da wäre

zunächst das frühe Aufstehen, denn selbstverständlich sind Teenager um 6 Uhr morgens

am produktivsten - die Wissenschaft, die das Gegenteil beweist? Die ignorieren wir einfach gekonnt! Nicht zu vergessen ist die geniale Notenvergabe, die es schafft, komplexe menschliche Wesen perfekt mit Zahlen von 1 bis 6 zu kategorisieren. Und dann erst das ausgeklügelte Sitzsystem: 45 bis 90 Minuten bewegungslos ausharren - wer braucht schon natürliche Körperbewegung?

Der absolute Klassiker bleibt jedoch der legendäre Lehrerspruch: "Das haben wir schon

immer so gemacht!" - was uns direkt an die Zeiten erinnert, als man noch fest davon überzeugt war, die Erde sei eine Scheibe. Dabei wäre es so einfach zu verstehen, dass Kreativität wichtiger ist als stumpfes Auswendiglernen, dass individuelles Lerntempo keine

Schnecke aus einem Hasen macht, dass ein iPad kein Werk des Teufels ist und dass prak-

tische Erfahrungen manchmal mehr wert sein können als reines theoretisches Wissen.

Bis diese Erkenntnisse sich durchsetzen, üben wir uns weiter im kollektiven Augenrollen

und hoffen inständig, dass die nächste Schulreform nicht wieder zwei Jahrzehnte auf

sich warten lässt!

Und ja, dieser Text wurde selbstverständlich vorschriftsmäßig auf einem unbequemen Stuhl verfasst, mit akkurat getimten 45-Minuten-Intervallen für den Tätigkeitswechsel. Denn Tradition ist schließlich Tradition!

Von Tamia Boldt

Die Theater AG am barnim-gymnasium Bernau

Die Theater-AG ist in den letzten Jahren immer präsenter geworden, zum Beispiel bei

den schulischen Veranstaltungen wie der Weihnachtssoirée, das Sommerfest und auch in

der Projektwoche vertreten, um den Leuten das Theater nahe zu bringen. Die Theater AG ist ein kreativer Ort, der Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, ihre schauspielerischen Talente zu entdecken und zu entwickeln. In der Theater AG kommen junge Menschen zusammen, um gemeinsam zu proben, zu spielen und ihre Leidenschaft für das Theater auszuleben. Diese Arbeitsgemeinschaft fördert nicht nur die künstlerischen Fähigkeiten, sondern auch soziale Kompetenzen und Teamarbeit. In der Theater AG haben die Teilnehmer die Gelegenheit, verschiedene Rollen zu übernehmen und in unterschiedliche Charaktere zu schlüpfen. Durch das Schauspielern lernen sie nicht nur, Emotionen auszudrücken und Geschichten lebendig dem Publikum zu zeigen, sondern erhalten auch die Gelegenheit, ihr Selbstvertrauen zu stärken. Der Applaus des Publikums ist eine Belohnung für die harte Arbeit und das Engagement jedes Einzelnen.

Die Teilnahme an der Theater AG hat viele positive Auswirkungen auf die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Sie lernen, sich selbst zu präsentieren, ihre Stimme zu nutzen und sich in der Öffentlichkeit wohlzufühlen. Darüber hinaus fördert das Theater das kreative Denken und die Improvisation, die in vielen Lebensbereichen von Vorteil sind.

Von Cheyenne Lemke

Die Medienscouts AG am barnim-gymnasium Bernau

Am Barnim-Gymnasium in Bernau gibt es ein besonderes Projekt, das sich mit dem sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien beschäftigt: die Medienscouts. Dabei handelt es sich um Schülerinnen und Schüler, die speziell dafür ausgebildet wurden, anderen bei Fragen oder Problemen im Umgang mit digitalen Medien zu helfen. Sie setzen sich dafür ein, die Medienkompetenz in der Schulgemeinschaft zu fördern und Bewusstsein für die Herausforderungen der digitalen Welt zu schaffen.

 

Die Medienscouts übernehmen eine Vielzahl wichtiger Aufgaben. Dazu gehört die Organisation von Workshops, bei denen Themen wie Datenschutz, Fake News oder Cybermobbing auf kreative und interaktive Weise vermittelt werden. Ziel ist es, Mitschülerinnen und Mitschüler für die Gefahren im Netz zu sensibilisieren und ihnen zu zeigen, wie sie sich online sicher bewegen können.

 

Durch diesen Ansatz fördern die Medienscouts nicht nur die Medienkompetenz, sondern auch ein respektvolles Miteinander innerhalb der Schulgemeinschaft. Sie setzen sich aktiv dafür ein, dass Konflikte im digitalen Raum frühzeitig erkannt und vermieden werden.

 

Das Projekt der Medienscouts ist ein wichtiger Bestandteil des Schullebens am Barnim-Gymnasium. Es hilft nicht nur, den Umgang mit digitalen Medien sicherer zu machen, sondern stärkt auch das Bewusstsein für Themen wie Verantwortung und Respekt – sowohl online als auch offline. Die Medienscouts leisten damit einen wertvollen Beitrag für eine starke und gut informierte Schulgemeinschaft.

Leonie Labrenz (ehem. Redakteurin)

Steuern statt Sinusfunktion

 

Wer kennt es nicht? Stundenlang brüten wir über mathematischen Funktionen wie Sinus oder Cosinus, pauken Gedichtanalysen und lernen, wie man chemische Gleichungen ausbalanciert. Doch nach dem Abitur stellen sich viele von uns dieselbe Frage: Warum hat uns niemand beigebracht, wie man Steuern macht, Versicherungen vergleicht oder mit Geld verantwortungsvoll umgeht?

 

Die Lücke im Lehrplan in Brandenburg gibt es zwar Bestrebungen, Lebenskompetenzen wie Finanzbildung oder Verbraucherrechte in den Unterricht zu integrieren, doch im Alltag vieler Schülerinnen und Schüler kommt davon kaum etwas an. Das Brandenburgische Schulgesetz verpflichtet Schulen zwar dazu, junge Menschen auf ein verantwortungsbewusstes Leben vorzubereiten, wie es in § 4, Abs. 5 heißt, aber konkrete Anwendungsbeispiele bleiben oft Mangelware.

 

Der Rahmenlehrplan für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 schreibt das Thema Verbraucherbildung vor, welches Inhalte wie Finanzen, Marktgeschehen und Verbraucherrecht abdecken soll. In der Praxis werden solche Themen jedoch häufig nur in Fächern wie Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT) gestreift – und oft nicht so konkret, wie es junge Menschen für ihren Alltag benötigen.

 

Best-Practice Beispiel - Dass Verbraucherbildung an Schulen funktionieren kann, beweisen einige Schulen in Brandenburg, die bereits als Verbraucherschulen ausgezeichnet wurden. Ein Beispiel ist das Leibniz-Gymnasium Potsdam, wo Workshops zu Verbraucherthemen fest etabliert sind. Die Schülerinnen und Schüler lernen dort, wie sie über soziale Medien reflektiert nachdenken oder was sich hinter vermeintlich gesunden High-Protein-Produkten verbirgt.

 

Auch die Gesamtschule Ludwigsfelde macht es vor: Hier analysieren die Zehntklässler ein Girokonto und befassen sich mit Themen wie der Energiewende oder der ersten eigenen Wohnung. Solche praxisnahen Projekte vermitteln Kompetenzen, die für das spätere Leben unverzichtbar sind.

 

Warum also nicht auch am Barnim-Gymnasium in Bernau? Während wir uns tagtäglich durch Abiturstoff quälen, wäre es sinnvoll, Lebenskompetenzen wie Steuerrecht, Mieten, Versicherungen oder den Umgang mit Finanzen fest in den Lehrplan zu integrieren. Denn niemand bringt uns bei, was Einkommenssteuerklassen bedeuten, wie man eine Steuererklärung ausfüllt oder welche Versicherungen wirklich notwendig sind.

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) erkennt diesen Bedarf immerhin an: Kooperationen mit externen Experten wie Verbraucherzentralen oder Finanzberatern werden ausdrücklich begrüßt, solange sie frei von wirtschaftlichen Interessen bleiben. Doch es liegt an den Schulen selbst, diese Angebote zu nutzen und Finanzbildung praxisnah umzusetzen.

 

Ein Blick in die Zukunft Klar ist: Schule muss mehr sein als nur Theorie. Ob Workshops zur Finanzbildung, Planspiele zur Altersvorsorge oder Projekte zum Steuerrecht – solche Themen würden nicht nur mehr Begeisterung im Unterricht wecken, sondern uns auch für das Leben fit machen. Denn eines ist sicher: Sinusfunktionen werden uns bei der ersten Steuererklärung nicht helfen.

Nika C. Böhm (ehem. Redakteurin)